Claude Monets Garten in Giverny – Motive mit der Japanischen Brücke und dem Seerosenteich als exquisite gewebte Wandbilder

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Claude Monet Selbstbildnis 1917

Claude Monet (1840-1926) war ein französischer Maler, der mit seinem Gemälde „Impression – Soleil Levant“ der ganzen neuen Stilrichtung des Impressionismus den Namen gab. Zunächst malte auch er realistische Bilder, Ende der 1860er Jahre begann er im impressionistischen Stil zu malen. Er war von der tradionellen Kunst, die an den Universitäten gelehrt wurde, enttäuscht und wurde 1862 in Paris ein Schüler von Charles Gleyre. Bei ihm lernte er Pierre-Auguste Renoir, Frédéric Bazille und und Alfred Sisley kennen, mit denen er bald neue Ansätze in der Malerei probierte: die Wirkung von Licht mit gebrochenen Farben und schnellen Pinselstrichen. Die Malart des Impressionismus.
Der Impressionismus legt den Schwerpunkt auf die farbliche Gestaltung, im Gegensatz zu den bisher im Vordergrund stehenden zeichnerischen Elementen. Farbe, nicht Linie ist entscheidend. Die klassische (klassizistische) Malerei studierte alte Gemälde und verwandte viel Zeit auf die Komposition nach bestimmten Gestaltungsregeln – die Farben waren zweitrangig. Außerdem hatte die Landschaftsmalerei in der klassischen Malerei einen untergeordneten Stellenwert.

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Monets: Japanische Brücke „The Waterlily Pond“ 1899

Jeder Gegenstand, jede Pflanze verändert ihre Farben und ihren Schatten abhängig vom natürlichen Licht (je nach Tageszeit, Jahreszeit, Wetter…) und ihrer Umgebung. Die Impressionisten zeichneten die Motive, wie sie sie als Maler sie sahen, nicht möglichst nah an der „Realität“. Das Auge, das richtige Sehen war die Voraussetzung für das richtige Tun, das Malen. So entstanden faszinierende farbliche Kompositionen, denn besondere Lichtverhältnisse (Sonnenuntergang, Herbstsonne, Zwielicht…) inspirierten sie besonders, deshalb wurden die meisten impressionistischen Bilder auch im Freien genalt. Die Bilder wirken meistens eher skizzenhaft und wie mit groben Pinselstrichen gezeichnet.
Übrigens erste Ansätze zu dieser Ausrichtung finden sich schon in der Schule von Barbizon Mitte des 19. Jahrhunderts – in Barbizon, einem kleinen Dorf am Wald von Fontainebleau – gab es eine „Künstlerkolonie“ von Landschaftsmalern, die sich mit dem Phänomen des Lichtes und der Veränderung von Farben und Formen (Schatten!) beschäftigten – die Schule von Barbizon beeinflusste die Impressionisten maßgeblich. Der impressionistische Malstil verbreitete sich zwischen 1880 und 1900 in ganz Europa.

Monet war zweimal verheiratet – „Die Frau im grünen Kleid“ gemalt 1866 zeigt seine spätere erste Frau, Camille Doncieux, die für mehrere Bilder Modell stand und 1867 den ersten gemeinsamen Sohn Jean zur Welt brachte. Die beiden heirateten 1870, 1876 erkrankte Camille. 1878 brachte sie einen zweiten Jungen zur Welt, was ihre angegriffene Gesundheit weiter verschlechterte. Sie starb 1879 mit nur 32 Jahren an Tuberkulose. Monet litt sehr darunter, auch darunter, dass er Camille durch die schlechten finanziellen Verhältnisse nicht richtig hatte ärztlich versorgen lassen können. In dieser Zeit freundete er sich mit Alice Hoschéde an, die mit ihren sechs Kindern – 4 Mädchen und zwei Jungen von ihrem Mann verlassen worden war und sich um Monets Söhne kümmerte, die sie mit nach Paris nahm. Sie kehrte nach zwei Jahren mit allen Kinden zu Monet zurück und folgte ihm nach Giverny. Nach dem Tod ihres Noch-Ehemannes heirateten die beiden 1892.

Claude Monet mietete 1883 ein Haus in dem kleinen französischen Dorf Giverny im Department Eure (Haure Normandie) und legte dahinter zunächst einen Ziergarten voller Blumenpracht an, den „Clos Normand“. Der abgeschlossene Garten war üppig bepflanzt, voller Rosen, Pfingstrosen, Goldlack Stauden, Kapuzinerkressen, Waldreben, Klatschmohn, Tulpen und Iris…heute nennt man diese Gartenart Bauerngarten.

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Pierre Auguste Renoir: Monet malt in seinem Garten

1890 kaufte er Haus und Grundstück, 1893 ein anliegendes Grundstück und legte dort in den folgenden Jahren den „Jardin d’eau“ (Wassergarten) mit der Brücke nach japanischem Vorbild und dem Seerosenteich an, am Ufer eine Trauerweide und eine Blutbuche, Ginko, Bambus, umrahmt von Iris und anderen Stauden. Diesen Garten nutzte er als Vorlage für unzählige Bilder. Monet liebte, wie er selbst sagte, Wasser und Blumen. Außerdem faszinierten ihn schon immer Lichtreflexionen auf dem Wasser und die Spiegelungen von Wolken und das dadurch veränderliche Farbenspiel des Wassers.
Der Garten diente ihm nicht nur als Inspiration, er interessierte sich auch wirklich für Gartenbau und Gartenkunst, las Bücher darüber und besuchte Gartenausstellungen. 1901 wurde eine Verbindung zu dem kleinen Flüsschen Epte geschaffen, so das der Teich sich selbst reinigte und viele exotische Pflanzen an seinem Ufer wuchsen. Er liebte seinen Garten, verbrachte viele Stunden dort, empfing dort Besucher, Freunde, Künstler. Und malte.



Monet malte mehrere Serien – ein Thema, dargestellt in unterschiedlichen Licht- und Wetterverhältnissen. Die erste Serie, die sein Kunsthändler Paul Durand-Ruel in Paris ausstellte, waren 15 Gemälde „Der Heuhaufen“. Weitere Serien waren „Morgen an der Seine“, „House of Parlament“ und „Charing Cross Bridge“ (London), „Pappeln“, „Kathedrale von Rouen“.
Am bekanntesten ist Monet Les Nymphéas – die Serie der Seerosen er malte etwa 250 Bilder zwischen 1895 und 1926! Eine Übersicht über die Bilder mit Seerosen und der Japanischen Brücke gibt es auf dieser Wikipedia-Seite.

Monet litt seit 1914 am grauen Star, wodurch er nicht nur immer undeutlicher sah, sondern die Farben auch anders wahrnahm. Gerade an den Seerosenbildern ist das sehr gut zu sehen – die Anfangs blauen und grünen Farbtöne werden immer mehr zu braunen und gelben Tönen. 1922 hatte er laut ärztlichem Urteil nur noch 10% Sehfähigkeit, denn es hatten sich Katarakte auf seinen Augen gebildet. Diese bedingten eine Rotfärbung seiner zu dieser Zeit gemalten Bilder. Er unterzog sich 1923 zwei Operationen, danach besserte sich sein Sehvermögen.

Seit 1976 ist Monets Garten in das Zusatzverzeichnis der offiziellen historischen Denkmale eingetragen und das Grundstück ist als Naturdenkmal (Site classé) eingestuft.

Den bisher höchsten Preis erzielte eines seiner Gemälde 2008 auf einer Aukion bei Christies: über 41 Millionen $.

Bei Almerlin finden sie verschiedenste Monet Motive und Motive aus Monets Garten als gewebte Wandbilder und Deko Kissen – die gewebte Struktur bildet die Pinselstriche viel besser nach als die glatte Oberfläche eines Kunstdrucks das kann. Die „“japanische Brücke“ gibt es sogar als weiches Plaid.